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Waschung / Yikanma

Die Waschung


Die islamische Waschung des Verstorbenen ist ein auferlegter religiöser Ritus in Übereinstimmung mit allen Muslimen. Seine Durchführung ist eine gemeinsame Verpflichtung. Einmal übernommen durch jemanden, sind die andern befreit.


Die Waschung soll ein gewissenhafter, volljähriger Muslim durchführen.



Er muss selber die Entscheidung treffen, die Waschung des Verstorbenen durchführen zu wollen.

Er muss vertrauenswürdig sein, ehrlich und gut informiert sein über die Waschungsregeln, um sie gemäß der Sunna ausführen zu können. Er soll die Untugenden nicht unter die Leute bringen, sondern im Gegensatz die Unvollkommenheiten, die er sieht, verheimlichen.


Wer unternimmt die Waschung des Verstorbenen?


Die am besten geeignete Person, um den Verstorbenen zu waschen und zu bestatten, ist zuerst der vom Verstorbenen Gewählte, ferner in der Vorrangordnung: der Vater, der Großvater, dann nach und nach seiner väterlichen und mütterlichen nahen männlichen Verwandten. Es ist der Frau erlaubt, ihren Ehegatten zu waschen.



Die am besten geeignete Person, um eine verstorbene Frau zu waschen, ist zuerst die Mutter, dann die Großmutter, dann nach und nach die nahen weiblichen Verwandten. Es ist dem Mann erlaubt, seine Ehegattin zu waschen.



Es ist den Frauen erlaubt, den Verstorbenen zu waschen, wenn dieser ein Knabe ist. Ebenso ist es den Männern erlaubt, die Verstorbene zu waschen, wenn es sich um ein Mädchen handelt.



Falls eine Frau unter Männern stirbt, von denen keiner der Ehegatte ist, darf ein Fremder sie trocken waschen mit Sand und gedeckten Händen, so, dass sie nicht direkt berührt wird. Ebenso darf, falls ein Mann stirbt unter Frauen, von denen keine die Ehegattin ist, eine Fremde ihn dieselbe Weise waschen, ohne ihn direkt zu berühren.


Welcher Verstorbene soll gewaschen werden?


Der Verstorbene muss Muslim sein, der Ungläubige wird nicht gewaschen.



Es darf keine Frühgeburt sein. Ist der Fötus tot geboren, so wird er nicht gewaschen.



Ein genügend großer Körperteil muss vorhanden sein.



Ist der Verstorbene ein Märtyrer eines Kampfes auf dem Gottes- Weg, so ist es nicht notwendig, ihn zu waschen.



Reines Wasser muß zur Verfügung stehen, sonst ist die Waschung nicht verpflichtend. Sie kann durch die trockene Waschung des Körpers mit Hilfe von Sand ersetzt werden.

Welches Reglement ist gültig für die Waschung des Pilgers?


Der Pilger muß mit Wasser gewaschen werden, aber man stelle keine wohlriechende Substanz neben ihn. Auch sein Kopf darf nicht bedeckt sein, da er auferweckt werden wird als Pilger am Tage der Auferstehung.

Welches Reglement ist gültig für die Waschung des Märtyrers?


Ein Märtyrer des Kampfes wird nicht gewaschen; seine Waffen, sein Gürtel und alles außer den Kleidern muß weggenommen werden. Dann wird er mit den Kleidern, in denen er getötet wurde bestattet. Es ist nicht verboten, ihn mit anderen Kleidern zu bestatten, jedoch besser, die Kleider des Kampfes zu behalten. Das Gebet ist nicht notwendig für den Märtyrer. Er wird, wie es der Prophet vorschreibt, Segen und Frieden auf ihm, ohne Gebet bestattet. Nach der Überlieferung Jabir`s hat der Prophet, Segen und Frieden auf ihm, verordnet, die blutbefleckten Märtyrer des Kampfes von Uhud ohne Waschung und Gebet zu bestatten (gemeldet durch al- Bukhari und Muslim).

Wie wird der Verstorbene gewaschen?


  1. Zu Beginn der Waschung muss der Verstorbene vom Bauchnabel (Bauchmitte) bis zu den Knien bedeckt sein.
  2. Die Waschung muss an einem privaten Ort durchgeführt werden.
  3. Der Wäscher umwickelt seine Hand mit einem Stoffstück, um damit den Körper von allen Unreinheiten zu reinigen.
  4. Dann wickelt er seine Hand in ein anderes Stoffstück, um den Rest des Körpers zu reinigen, und drückt leicht auf den Bauch, wenn es nicht der Körper einer schwangeren Frau ist. Es ist empfohlen, neben dem Verstorbenen Weihrauch oder irgend eine andere wohlriechende Substanz zu stellen, damit sich kein unangenehmer Geruch verbreitet.
  5. Leicht den Kopf des Verstorbenen haben, sodass das Wasser der Waschung mit den Körperausscheidungen ablaufen kann und nicht zum Kopf zurückkommt.
  6. Der Wäscher führt zwei nasse Finger zwischen den Lippen des Verstorbenen ein, um seine Zähne zu reinigen, dann in die Nasenhöhlen, um sie Gleichfalls zu reinigen. Nachher erfüllt der Wäscher die rituelle Reinigung wie für das Gebet und passt auf, dass kein Wasser in den Mund und die Nase fließt.
  7. Wasser auf den Körper gießen, die rechte Seite zuerst vorn und dann hinten waschen, nachher auf die gleiche Art die linke Seite. Der Wäscher beginnt den Kopf und den Bart zu waschen.
  8. Der Verstorbene wird mit Lilienwasser, mit reinem Wasser oder mit einem Mittel, das den Körper reinigt, wie Seife, gewaschen. Ins letzte Waschwasser wird eine kleine Menge einer wohlriechenden Substanz beigegeben, wie z.B. Kampfer.
  9. Voll Ehrfurcht soll der Wäscher den Verstorbenen vorsichtig behandeln; beim Umdrehen des Körpers, beim Abreiben seiner Glieder, beim Drücken auf den Bauch, beim Biegsammachen der Gelenke, bei allem, was ihn betrifft.
  10. Aus religiöser Pflicht wird der Verstorbene nur ein einziges Mal gewaschen, aber die Sunna des Propheten schreibt die Wiederholung der Waschung vor, so oft sie notwendig ist.
  11. Wenn nach der Waschung sich irgendeine Unreinheit löst und am Körper haftet, muss man die Stelle reinigen und die Waschung ein oder drei oder fünf bis sieben mal wiederholen. Falls sich Unreinheiten nach dem Einkleiden lösen, wird die Waschung nicht wiederholt, sondern nur die Unreinheiten beseitigt.
  12. Der Körper des Verstorbenen muss mit einem trockenen Tuch abgetrocknet werden, damit das Leichentuch nicht nass wird.
  13. Nach der Waschung den Kopf und den Bart des Verstorbenen einbalsamieren mit einer wohlriechenden Essenz, außer Safran. An die Körperstellen, auf die man sich beim Beten stützt, wie die Stirn, die Nase, die Hände, die Knie, die Füße, eine parfümierte Substanz verteilen. Die parfümierte Substanz wird auch auf die Ohren und die Achselhöhlen verteilt. Am besten verwendet man Kmpfer.

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